CMD-Expertise Straubing: Im Gespräch über meine Kiefergelenkskompetenz
Dr. Peiler, wie sind Sie zur CMD-Fokussierung gekommen?
Der Wendepunkt für meine CMD-Expertise in Straubing kam 2006 mit dem Curriculum bei Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer in Frankfurt. Vorher hatte ich zehn Jahre lang als Zahnarzt praktiziert, ohne Kiefergelenksprobleme zu erkennen – einfach weil ich es nicht besser wusste. In meinem Studium hatten wir nur wenige Stunden Vorlesung zu diesem Thema.
Nach der Ausbildung in Frankfurt sah ich plötzlich, wie viele meiner Patienten betroffen waren. Im ersten Quartal nach dem Curriculum identifizierte ich dreißig Patienten mit CMD-Symptomen – Patienten, die vorher jahrelang unerkannt gelitten hatten.
Als selbst Betroffener, der nachts mit den Zähnen knirscht, verstehe ich die Belastungen meiner Patienten aus eigener Erfahrung. Diese persönliche Betroffenheit motiviert mich bis heute in meiner Praxis in Straubing.
Warum werden CMD-Beschwerden so oft übersehen?
Das Problem liegt im System: Die wenigsten Ärzte denken bei Kopfschmerzen, Nackenverspannungen oder Schwindel an das Kiefergelenk. Patienten aus Regensburg, Landshut, Deggendorf und dem gesamten Raum Straubing/Bogen werden von Hausarzt zu Orthopäde, zum HNO-Arzt, Neurologen und manchmal sogar zum Psychologen überwiesen – weil "nichts zu finden" ist.
Auch die meisten Zahnärzte wollen mit Kiefergelenk nichts zu tun haben. Es ist ein komplexes Thema, das entsprechende Ausbildung erfordert. Deshalb habe ich mir zum Ziel gesetzt, nicht nur CMD-Patienten zu helfen, sondern auch Kollegen anderer Fachdisziplinen die Augen für Kiefergelenksbeschwerden zu öffnen.
Besonders wichtig sind dabei Physiotherapeuten – sie haben oft den direktesten Kontakt zu Patienten mit muskulären Problemen. Deshalb unterrichte ich seit 2007 regelmäßig an der Fortbildungsakademie Pschick in Regensburg und mittlerweile auch an Berufsfachschulen in Cham und Deggendorf.